Kein Angelspaß

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Er wollte raus zum Angeln und trieb die ganze Nacht auf See

Für einen 53-jährigen Mann aus Elze (Niedersachsen/Landkreis Hildesheim) wurde der Angelausflug vor Großenbrode in der Ostsee nahe Fehmarn zu einer mehr als 12-stündigen Irrfahrt. Mit einem knapp vier Meter langen Boot war der "Petrijünger" zusammen mit zwei Freunden in einem weiteren Boot am Sonnabend, dem 20 Juli 2002, aufgebrochen. Später verlor man sich aus den Augen - ohne Argwohn. Möglicherweise versprachen sich die Hobbyfischer in anderen "Fanggründen" mehr Erfolg. Doch der Angelfreund erschien zum vereinbarten Zeitpunkt vor Sonnenuntergang nicht am Treffpunkt im Hafen...
Drei Seenotkreuzer - die JOHN T. ESSBERGER / Station Großenbrode, BREMEN / Station Grömitz und THEO FISCHER / Station Warnemünde suchten zusammen mit einem Boot des Bundesgrenzschutzes und mit Unterstützung aus der Luft - einem SAR-Hubschrauber der Marine - ein von der SEENOTLEITUNG BREMEN errechnetes Suchgebiet ab. Diese erste Suche wurde gegen Mitternacht und bei tiefer Dunkelheit unterbrochen.

Am nächsten Morgen, mit dem ersten Licht, wurde die Suche weitergeführt. Erneut wurde die gesamte Schifffahrt über Suchmeldungen, die von der Seenot-Küstenfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO ausgestrahlt wurden, um Unterstützung gebeten. Dann ging es Schlag auf Schlag:
Gegen 08.00 Uhr morgens meldete eine Personenfähre, dass man ein kleines Boot gesichtet habe, ca. 13 Seemeilen südöstlich Großenbrode, mitten in der Mecklenburger Bucht. Etwa 30 Minuten später nahm die JOHN T. ESSBERGER den erschöpften und leicht unterkühlten Mann auf. Seine ersten Worte nach der langen Nacht auf der Ostsee: "Danke! Is' ja man gut, dass es euch gibt...".
Im Bordhospital wurde er erstversorgt. Nach dem Festmachen in Großenbrode übernahmen ihn Rettungssanitäter und ein Notarzt zur Weiterbehandlung in einem Krankenhaus.